Jim Palmenstein
Leuchtfeuer
im Kupfer der Dämmerung

Gedichte und Erzähltes aus vier Jahrzehnten

Unterwegs. Wir sind unterwegs in der Zeit, auch wenn wir niemals den Wohnort wechseln. Unser Sonnensystem, die Galaxien rasen im Unendlichen. Das merken wir kaum, doch wir altern von Tag zu Tag. Und wir müssen uns un­gefragt verabschieden: von älteren Menschen, Tanten, Onkeln, Schulkameraden, Ausbildungsverhältnissen, Eltern, vielleicht auch von schönen Feriendomizilen, von ­Geliebten, Ehepartnern, Lebensabschnitts-gefährten, von der ­Heimat, von frühen Idealen und vielen sicher gewähnten Begriffen. Von Selbstentwürfen nehmen wir Abschied, und nach und nach immer mehr von uns selbst. Was bleibt, ist das Unterwegssein. Im Nebel auf nächtlicher Hoher See, wenn das Firmament nicht mehr sichtbar ist, erscheinen uns Irrlichter und Leuchtfeuer.

Hardcover

  448 Seiten, Bibliophile Ausgabe

In DUO-​Leinen gebunden, mit

Leuchtturm-​Prägung und Lesebändchen

Einführungspreis:

DE 19,80 € /​ AT 20,60 €

Ab 2.1.2019:

DE /​ AT  25,50 €

ISBN 978-​3-​200-​05502-​5

Gedichte und Erzähltes aus vier Jahrzehnten – und man füge hinzu: aus einem gelebten Leben. Texte eines in jeder Hinsicht außergewöhnlichen Dichters. Der Verlag Klingenberg hat die Ehre, eine kunstvoll zusammengestellte,  autorisierte Auswahl von Gedichten, »Wort-für-Wort-Meditationen« und Geschichten, sowie die Erzählung »Der fliegende Teppich« von Jim Palmenstein zum ersten Mal der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Exklusiv. In einem Band. Der zum Schmökern und Träumen einlädt.

Das Buch, eine Anthologie, gegliedert in stilistische Zeiträume, kann vom Leser ohne Vorbereitung immer neu betreten werden. Man schlägt eine Seite auf und ist mitten drin in einer fesselnden Geschichte, in einem lyrischen Geschehen. Das war auch das Konzept des Autors für unsere hektische Zeit.

* * *

Jim Palmenstein ist Poet, Satiriker und Geschichtenerzähler mit einem Hauch von philosophischem Witz. Jahrgang 1963, Studium der Germanistik und Geschichte. Tätigkeiten als Mitarbeiter in Pflegeeinrichtungen und als Praktikant in der Landwirtschaft in Finnland und der Schweiz.
Der Autor lebt zurzeit in der Nähe von Mainz, Deutschland.

* * *

Wäre es nach mir gegangen, hätte ich heute noch meine erste Freundin dort, wo ich geboren wurde. Ich wäre da niemals weggezogen, hätte zwei bis drei Kinder großgezogen und wäre Polizist geworden. Die Bösen bestrafen, die Schwachen beschützen, die Guten belohnen. Und geliebt werden. Wäre das nicht ein wunderbar sinnerfülltes Leben?“

Die Eltern sahen den fünfjährigen Jim bereits als Rechtsanwalt, …

...weiter lesen

„Wäre es nach mir gegangen, hätte ich heute noch meine erste Freundin dort wo ich geboren wurde. Ich wäre da niemals weggezogen, hätte zwei bis drei Kinder großgezogen und wäre Polizist geworden. Die Bösen bestrafen, die Schwachen beschützen, die Guten belohnen. Und geliebt werden. Wäre das nicht ein wunderbar sinnerfülltes Leben?“

Die Eltern sahen den fünfjährigen Jim bereits als Rechtsanwalt, doch im Laufe der Schulzeit waren Jims Lehrer schon früh von dessen Faulheit und Minderbegabung überzeugt. „Gerne wäre ich dem Unterricht gefolgt, doch ich konnte mich nicht konzentrieren und war wie vom Schlafdorn gestochen. Kaum hatte der Unterricht begonnen, verlor ich fast das Bewußtsein. Immer wieder versuchte ich mich zusammenzunehmen, mich zu konzentrieren. Das ging so bis in die Zeit kurz nach der Pubertät." Lustig aber sei dies nicht gewesen. Die Konsequenzen dieser „Faulheit und Träumerei“ im Schulunterricht sind Prügel, Sitzenbleiben, Bestrafungen. Aber auch soziale Isolation im Herkunftsmilieu und eine tiefe Verstörung sowie anfängliche Sprachlosigkeit gegenüber jeder menschlichen Gesellschaft.

Um dagegen anzugehn, zum Idioten abgestempelt zu werden, fängt der junge Jim Palmenstein an, Gedichte, Songs und Briefe zu schreiben. „Ich spielte mit leeren Karten. Weil ich gelernt hatte, daß Sokrates auf dem Marktplatz herumlungerte und Leute in Gespräche verwickelt haben soll, dachte ich mir: Das machst du jetzt auch!“

Palmenstein versucht, andere Menschen mental nicht zu verlieren, indem er ihre jeweils besondere Art sich auszudrücken, im Gedächtnis behält. „Die wenigen guten Freunde zogen weg. Aus ihnen wurde etwas, wie man so sagt; auch ich zog schließlich weg, es war ja fast niemand mehr da. Weil meine Freunde alle ihre Eigenheiten in Sprache und Denken aufwiesen, versuchte ich, ihnen schriftlich meine Erfahrungen und Gedanken möglichst in ihren Worten und Sprachgewohnheiten mitzuteilen. So hoffte ich, Menschen anhand ihrer Sprache von innen kennenzulernen, fester an mich zu binden und ehrliche Antworten zu erhalten. Menschen gleich nach dem Kennenlernen zu verlieren, empfand ich stets als Amputation.“ Palmenstein reagiert panisch und ängstlich auf Einsamkeits-Erfahrungen. "Es war nicht die Angst vor mangelnder Geborgenheit, sondern die Furcht, ohne echte Beziehungen zu verwahrlosen, zu verblöden!"

Abschiede, das Sich-wieder-Fremdwerden von einstigen Freunden, Trennungen von Liebesbeziehungen und schließlich das Sterben sind Lebenstatsachen, die den jungen Palmenstein sehr aufwühlen. „Menschliche Beziehungen, Freundschaften sind mir nie zugeflogen. Es gab Zeiten, da dachte ich, ich sei der einzige Mensch auf der Welt, der unter Trennungen und tieferen Abschieden leidet. Ich erlebte manche Leute wie Comicfiguren, die immer fröhlich sind, außer wenn sie Bauchweh haben. Trauer gab es nur in Filmen! Wer Kummer hatte, arbeitete, lachte und trank nach Feierabend viel Alkohol.“

Da dem jungen Palmenstein die Universität verschlossen bleibt, beschäftigt er sich verbissen und autodidaktisch mit Themen wie Gesellschaft und Soziales, Politik und Zeitgeschichte, Frauenbewegung, Psychologie, Philosophie, Religionen, Spiritualität, Ethnologie und macht sich unbeaufsichtigt seine eigenen, oft eigenwilligen Gedanken. Er putzt bei alten Menschen, macht Zivildienst in der Altenpflege, lebt mit behinderten Menschen in Wohngruppen zusammen und arbeitet auch in einer biologisch bewirtschafteten Gärtnerei.

Erst spät sucht er auf dem zweiten Bildungsweg ein wenig Ordnung in seinem „wild erworbenen Denken“ zu schaffen. „Gelungen ist mir das nur mit mäßigem Erfolg. Bis ich mich orientiert hatte, was eine Hochschule ist, was sie mit mir macht, und wie ich sie nutzen könnte, wurden Studiengebühren fällig; vielfältige verwirrende Reformen griffen, und da war ich auch schon wieder draußen vor der Tür!“ schmunzelt Palmenstein. Diese erneute teilweise Niederlage in der Auseinandersetzung mit dem Bildungssystem sei ihm zwar nachgegangen, aber verbittert sei er deshalb „nicht wirklich! Ich merkte zunehmend, daß ich für die Dinge, die mir im Leben allmählich wichtig wurden, keine Universität mehr brauchte.“

Nachdem im Juni 2007 sein Vater verstirbt, betreut Jim seine pflegebedürftige Mutter, steht ihr bei Haushaltsarbeiten, Gartenpflege, Einkäufen und, was nicht immer leicht ist, im Gespräch, zur Verfügung. 2013 schafft es Jim nicht mehr alleine, die Mutter muß in  ein Altenheim verbracht werden, wo sie 2014 im Beisein Jims und seines Freundes Paul, dem künftigen Verleger der "Leuchtfeuer", friedvoll ihr Leben beschließt.

Jim ist zur Zeit in der Nähe von Mainz tätig und wohnhaft.

Jim Palmenstein
Leuchtfeuer
im Kupfer der Dämmerung

Gedichte und Erzähltes aus vier Jahrzehnten

Unterwegs. Wir sind unterwegs in der Zeit, auch wenn wir niemals den Wohnort wechseln. Unser Sonnensystem, die Galaxien rasen im Unendlichen. Das merken wir kaum, doch wir altern von Tag zu Tag. Und wir müssen uns un­gefragt verabschieden: von älteren Menschen, Tanten, Onkeln, Schulkameraden, Ausbildungsverhältnissen, Eltern, vielleicht auch von schönen Feriendomizilen, von ­Geliebten, Ehepartnern, Lebensabschnitts-gefährten, von der ­Heimat, von frühen Idealen und vielen sicher gewähnten Begriffen. Von Selbstentwürfen nehmen wir Abschied, und nach und nach immer mehr von uns selbst. Was bleibt, ist das Unterwegssein. Im Nebel auf nächtlicher Hoher See, wenn das Firmament nicht mehr sichtbar ist, erscheinen uns Irrlichter und Leuchtfeuer.

Hardcover

  448 Seiten, Bibliophile Ausgabe

In DUO-​Leinen gebunden, mit

Leuchtturm-​Prägung und Lesebändchen

Einführungspreis:

DE 19,80 € /​ AT 20,60 €

Ab 2.1.2019:

DE /​ AT  27,50 €

ISBN 978-​3-​200-​05502-​5

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Gedichte und Erzähltes aus vier Jahrzehnten – und man füge hinzu: aus einem gelebten Leben. Texte eines in jeder Hinsicht außergewöhnlichen Dichters. Der Verlag Klingenberg hat die Ehre, eine kunstvoll zusammengestellte,  autorisierte Auswahl von Gedichten, »Wort-für-Wort-Meditationen« und Geschichten, sowie die Erzählung »Der fliegende Teppich« von Jim Palmenstein zum ersten Mal der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Exklusiv. In einem Band. Der zum Schmökern und Träumen einlädt.

Das Buch, eine Anthologie, gegliedert in stilistische Zeiträume, kann vom Leser ohne Vorbereitung immer neu betreten werden. Man schlägt eine Seite auf und ist mitten drin in einer fesselnden Geschichte, in einem lyrischen Geschehen. Das war auch das Konzept des Autors für unsere hektische Zeit.

* * *

Über den Autor

Jim ist Poet, Satiriker und Geschichtenerzähler mit einem Hauch von philosophischem Witz.

Jahrgang 1963, Studium der Germanistik und Geschichte. Tätigkeiten als Mitarbeiter in Pflegeeinrichtungen und als Praktikant in der Landwirtschaft in Finnland und der Schweiz. Der Autor lebt zurzeit in der Nähe von Mainz, Deutschland.

* * *

Wäre es nach mir gegangen, hätte ich heute noch meine erste Freundin dort, wo ich geboren wurde. Ich wäre da niemals weggezogen, hätte zwei bis drei Kinder großgezogen und wäre Polizist geworden. Die Bösen bestrafen, die Schwachen beschützen, die Guten belohnen. Und geliebt werden. Wäre das nicht ein wunderbar sinnerfülltes Leben?“

Die Eltern sahen den fünfjährigen Jim bereits als Rechtsanwalt, …

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„Wäre es nach mir gegangen, hätte ich heute noch meine erste Freundin dort wo ich geboren wurde. Ich wäre da niemals weggezogen, hätte zwei bis drei Kinder großgezogen und wäre Polizist geworden. Die Bösen bestrafen, die Schwachen beschützen, die Guten belohnen. Und geliebt werden. Wäre das nicht ein wunderbar sinnerfülltes Leben?“

Die Eltern sahen den fünfjährigen Jim bereits als Rechtsanwalt, doch im Laufe der Schulzeit waren Jims Lehrer schon früh von dessen Faulheit und Minderbegabung überzeugt. „Gerne wäre ich dem Unterricht gefolgt, doch ich konnte mich nicht konzentrieren und war wie vom Schlafdorn gestochen. Kaum hatte der Unterricht begonnen, verlor ich fast das Bewußtsein. Immer wieder versuchte ich mich zusammenzunehmen, mich zu konzentrieren. Das ging so bis in die Zeit kurz nach der Pubertät." Lustig aber sei dies nicht gewesen. Die Konsequenzen dieser „Faulheit und Träumerei“ im Schulunterricht sind Prügel, Sitzenbleiben, Bestrafungen. Aber auch soziale Isolation im Herkunftsmilieu und eine tiefe Verstörung sowie anfängliche Sprachlosigkeit gegenüber jeder menschlichen Gesellschaft.

Um dagegen anzugehn, zum Idioten abgestempelt zu werden, fängt der junge Jim Palmenstein an, Gedichte, Songs und Briefe zu schreiben. „Ich spielte mit leeren Karten. Weil ich gelernt hatte, daß Sokrates auf dem Marktplatz herumlungerte und Leute in Gespräche verwickelt haben soll, dachte ich mir: Das machst du jetzt auch!“

Palmenstein versucht, andere Menschen mental nicht zu verlieren, indem er ihre jeweils besondere Art sich auszudrücken, im Gedächtnis behält. „Die wenigen guten Freunde zogen weg. Aus ihnen wurde etwas, wie man so sagt; auch ich zog schließlich weg, es war ja fast niemand mehr da. Weil meine Freunde alle ihre Eigenheiten in Sprache und Denken aufwiesen, versuchte ich, ihnen schriftlich meine Erfahrungen und Gedanken möglichst in ihren Worten und Sprachgewohnheiten mitzuteilen. So hoffte ich, Menschen anhand ihrer Sprache von innen kennenzulernen, fester an mich zu binden und ehrliche Antworten zu erhalten. Menschen gleich nach dem Kennenlernen zu verlieren, empfand ich stets als Amputation.“ Palmenstein reagiert panisch und ängstlich auf Einsamkeits-Erfahrungen. "Es war nicht die Angst vor mangelnder Geborgenheit, sondern die Furcht, ohne echte Beziehungen zu verwahrlosen, zu verblöden!"

Abschiede, das Sich-wieder-Fremdwerden von einstigen Freunden, Trennungen von Liebesbeziehungen und schließlich das Sterben sind Lebenstatsachen, die den jungen Palmenstein sehr aufwühlen. „Menschliche Beziehungen, Freundschaften sind mir nie zugeflogen. Es gab Zeiten, da dachte ich, ich sei der einzige Mensch auf der Welt, der unter Trennungen und tieferen Abschieden leidet. Ich erlebte manche Leute wie Comicfiguren, die immer fröhlich sind, außer wenn sie Bauchweh haben. Trauer gab es nur in Filmen! Wer Kummer hatte, arbeitete, lachte und trank nach Feierabend viel Alkohol.“

Da dem jungen Palmenstein die Universität verschlossen bleibt, beschäftigt er sich verbissen und autodidaktisch mit Themen wie Gesellschaft und Soziales, Politik und Zeitgeschichte, Frauenbewegung, Psychologie, Philosophie, Religionen, Spiritualität, Ethnologie und macht sich unbeaufsichtigt seine eigenen, oft eigenwilligen Gedanken. Er putzt bei alten Menschen, macht Zivildienst in der Altenpflege, lebt mit behinderten Menschen in Wohngruppen zusammen und arbeitet auch in einer biologisch bewirtschafteten Gärtnerei.

Erst spät sucht er auf dem zweiten Bildungsweg ein wenig Ordnung in seinem „wild erworbenen Denken“ zu schaffen. „Gelungen ist mir das nur mit mäßigem Erfolg. Bis ich mich orientiert hatte, was eine Hochschule ist, was sie mit mir macht, und wie ich sie nutzen könnte, wurden Studiengebühren fällig; vielfältige verwirrende Reformen griffen, und da war ich auch schon wieder draußen vor der Tür!“ schmunzelt Palmenstein. Diese erneute teilweise Niederlage in der Auseinandersetzung mit dem Bildungssystem sei ihm zwar nachgegangen, aber verbittert sei er deshalb „nicht wirklich! Ich merkte zunehmend, daß ich für die Dinge, die mir im Leben allmählich wichtig wurden, keine Universität mehr brauchte.“

Nachdem im Juni 2007 sein Vater verstirbt, betreut Jim seine pflegebedürftige Mutter, steht ihr bei Haushaltsarbeiten, Gartenpflege, Einkäufen und, was nicht immer leicht ist, im Gespräch, zur Verfügung. 2013 schafft es Jim nicht mehr alleine, die Mutter muß in  ein Altenheim verbracht werden, wo sie 2014 im Beisein Jims und seines Freundes Paul, dem künftigen Verleger der "Leuchtfeuer", friedvoll ihr Leben beschließt.

Jim ist zur Zeit in der Nähe von Mainz tätig und wohnhaft.

Jim Palmenstein
Leuchtfeuer
im Kupfer der Dämmerung

Gedichte und Erzähltes aus vier Jahrzehnten

Hardcover

  448 Seiten, Bibliophile Ausgabe

In DUO-​Leinen gebunden, mit

Leuchtturm-​Prägung und Lesebändchen

Einführungspreis:

DE 19,80 € /​ AT 20,60 €

Ab 2.1.2019:

DE /​ AT  27,50 €

ISBN 978-​3-​200-​05502-​5

* * *

Gedichte und Erzähltes aus vier Jahrzehnten – und man füge hinzu: aus einem gelebten Leben. Texte eines in jeder Hinsicht außergewöhnlichen Dichters. Der Verlag Klingenberg hat die Ehre, eine kunstvoll zusammengestellte,  autorisierte Auswahl von Gedichten, »Wort-für-Wort-Meditationen« und Geschichten, sowie die Erzählung »Der fliegende Teppich« von Jim Palmenstein zum ersten Mal der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Exklusiv. In einem Band. Der zum Schmökern und Träumen einlädt.

Das Buch, eine Anthologie, gegliedert in stilistische Zeiträume, kann vom Leser ohne Vorbereitung immer neu betreten werden. Man schlägt eine Seite auf und ist mitten drin in einer fesselnden Geschichte, in einem lyrischen Geschehen. Das war auch das Konzept des Autors für unsere hektische Zeit.

* * *

Über den Autor

Jim ist Poet, Satiriker und Geschichtenerzähler mit einem Hauch von philosophischem Witz.

Jahrgang 1963, Studium der Germanistik und Geschichte. Tätigkeiten als Mitarbeiter in Pflegeeinrichtungen und als Praktikant in der Landwirtschaft in Finnland und der Schweiz. Der Autor lebt zurzeit in der Nähe von Mainz, Deutschland.

* * *

Wäre es nach mir gegangen, hätte ich heute noch meine erste Freundin dort, wo ich geboren wurde. Ich wäre da niemals weggezogen, hätte zwei bis drei Kinder großgezogen und wäre Polizist geworden. Die Bösen bestrafen, die Schwachen beschützen, die Guten belohnen. Und geliebt werden. Wäre das nicht ein wunderbar sinnerfülltes Leben?“

Die Eltern sahen den fünfjährigen Jim bereits als Rechtsanwalt, …

...weiter lesen

„Wäre es nach mir gegangen, hätte ich heute noch meine erste Freundin dort wo ich geboren wurde. Ich wäre da niemals weggezogen, hätte zwei bis drei Kinder großgezogen und wäre Polizist geworden. Die Bösen bestrafen, die Schwachen beschützen, die Guten belohnen. Und geliebt werden. Wäre das nicht ein wunderbar sinnerfülltes Leben?“

Die Eltern sahen den fünfjährigen Jim bereits als Rechtsanwalt, doch im Laufe der Schulzeit waren Jims Lehrer schon früh von dessen Faulheit und Minderbegabung überzeugt. „Gerne wäre ich dem Unterricht gefolgt, doch ich konnte mich nicht konzentrieren und war wie vom Schlafdorn gestochen. Kaum hatte der Unterricht begonnen, verlor ich fast das Bewußtsein. Immer wieder versuchte ich mich zusammenzunehmen, mich zu konzentrieren. Das ging so bis in die Zeit kurz nach der Pubertät." Lustig aber sei dies nicht gewesen. Die Konsequenzen dieser „Faulheit und Träumerei“ im Schulunterricht sind Prügel, Sitzenbleiben, Bestrafungen. Aber auch soziale Isolation im Herkunftsmilieu und eine tiefe Verstörung sowie anfängliche Sprachlosigkeit gegenüber jeder menschlichen Gesellschaft.

Um dagegen anzugehn, zum Idioten abgestempelt zu werden, fängt der junge Jim Palmenstein an, Gedichte, Songs und Briefe zu schreiben. „Ich spielte mit leeren Karten. Weil ich gelernt hatte, daß Sokrates auf dem Marktplatz herumlungerte und Leute in Gespräche verwickelt haben soll, dachte ich mir: Das machst du jetzt auch!“

Palmenstein versucht, andere Menschen mental nicht zu verlieren, indem er ihre jeweils besondere Art sich auszudrücken, im Gedächtnis behält. „Die wenigen guten Freunde zogen weg. Aus ihnen wurde etwas, wie man so sagt; auch ich zog schließlich weg, es war ja fast niemand mehr da. Weil meine Freunde alle ihre Eigenheiten in Sprache und Denken aufwiesen, versuchte ich, ihnen schriftlich meine Erfahrungen und Gedanken möglichst in ihren Worten und Sprachgewohnheiten mitzuteilen. So hoffte ich, Menschen anhand ihrer Sprache von innen kennenzulernen, fester an mich zu binden und ehrliche Antworten zu erhalten. Menschen gleich nach dem Kennenlernen zu verlieren, empfand ich stets als Amputation.“ Palmenstein reagiert panisch und ängstlich auf Einsamkeits-Erfahrungen. "Es war nicht die Angst vor mangelnder Geborgenheit, sondern die Furcht, ohne echte Beziehungen zu verwahrlosen, zu verblöden!"

Abschiede, das Sich-wieder-Fremdwerden von einstigen Freunden, Trennungen von Liebesbeziehungen und schließlich das Sterben sind Lebenstatsachen, die den jungen Palmenstein sehr aufwühlen. „Menschliche Beziehungen, Freundschaften sind mir nie zugeflogen. Es gab Zeiten, da dachte ich, ich sei der einzige Mensch auf der Welt, der unter Trennungen und tieferen Abschieden leidet. Ich erlebte manche Leute wie Comicfiguren, die immer fröhlich sind, außer wenn sie Bauchweh haben. Trauer gab es nur in Filmen! Wer Kummer hatte, arbeitete, lachte und trank nach Feierabend viel Alkohol.“

Da dem jungen Palmenstein die Universität verschlossen bleibt, beschäftigt er sich verbissen und autodidaktisch mit Themen wie Gesellschaft und Soziales, Politik und Zeitgeschichte, Frauenbewegung, Psychologie, Philosophie, Religionen, Spiritualität, Ethnologie und macht sich unbeaufsichtigt seine eigenen, oft eigenwilligen Gedanken. Er putzt bei alten Menschen, macht Zivildienst in der Altenpflege, lebt mit behinderten Menschen in Wohngruppen zusammen und arbeitet auch in einer biologisch bewirtschafteten Gärtnerei.

Erst spät sucht er auf dem zweiten Bildungsweg ein wenig Ordnung in seinem „wild erworbenen Denken“ zu schaffen. „Gelungen ist mir das nur mit mäßigem Erfolg. Bis ich mich orientiert hatte, was eine Hochschule ist, was sie mit mir macht, und wie ich sie nutzen könnte, wurden Studiengebühren fällig; vielfältige verwirrende Reformen griffen, und da war ich auch schon wieder draußen vor der Tür!“ schmunzelt Palmenstein. Diese erneute teilweise Niederlage in der Auseinandersetzung mit dem Bildungssystem sei ihm zwar nachgegangen, aber verbittert sei er deshalb „nicht wirklich! Ich merkte zunehmend, daß ich für die Dinge, die mir im Leben allmählich wichtig wurden, keine Universität mehr brauchte.“

Nachdem im Juni 2007 sein Vater verstirbt, betreut Jim seine pflegebedürftige Mutter, steht ihr bei Haushaltsarbeiten, Gartenpflege, Einkäufen und, was nicht immer leicht ist, im Gespräch, zur Verfügung. 2013 schafft es Jim nicht mehr alleine, die Mutter muß in  ein Altenheim verbracht werden, wo sie 2014 im Beisein Jims und seines Freundes Paul, dem künftigen Verleger der "Leuchtfeuer", friedvoll ihr Leben beschließt.

Jim ist zur Zeit in der Nähe von Mainz tätig und wohnhaft.

 
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