Georg Klingenberg wäre heute 80 Jahre alt geworden

Diese Geschichte gehört zwar zu den Interna, aber wäre es zu schade, sie am heutigen Tag nicht zu teilen: Vor kurzem erhielt ich unverhofft eine E‑Mail von einem Leser der Prüfungskunde meines Vaters. Der Absender war im Laufe seines Studiums an der Johannes‐​Kepler‐​Universität Linz auf das Buch aufmerksam geworden. Er hatte bereits vor einigen Jahren bei uns angefragt, ob der Klingenberg Verlag auch eine bibliophile Ausgabe der Skripte des Autors herausgeben würde. Zu meinem Bedauern musste ich das verneinen. Nun teilte er mir folgendes mit:

Nachdem ich mein Büro komplett umgebaut habe, mussten auch zahlreiche JKU‐​Spiralbindungen endgültig daran glauben und haben ihre letzte Reise zur Altpapierverwertung angetreten.
Von den Skripten zum Römischen Recht wollte ich mich allerdings nicht trennen, weshalb ich – nachdem ich keine weiteren Interessenten finden konnte – mir nun einfach selbst ein kleines verspätetes Weihnachtsgeschenk gemacht habe.
Klingenbergs Römisches Recht (alle Teile in einem Band) findet seinen Stammplatz für die nächsten Jahrzehnte gleich neben der Prüfungskunde. (siehe Anhang)

Und das war in besagtem E‑Mail‐​Anhang:

Es spricht für die Qualität der Klingenberg‐​Skripten, wenn Jus‐​Absolventen diese nach dem abgeschlossenen Studium extra binden lassen, um sie für „die nächsten Jahrzehnte“ ins Regal zu stellen. Um so schöner, dass die Prüfungskunde einen Fixplatz neben dieser exklusiven Sonderausgabe bekommt!

Georg Klingenberg würde heute seinen achtzigsten Geburtstag feiern. Mir kommt in den Sinn, wie er einmal gesagt hat, dass das, was von einem Menschen übrigbleibt, im Grunde zwischen ein paar Buchdeckel passt. Ist das nun eine ernüchternde oder eine tröstliche Einsicht? Stimmt das überhaupt? Das möchte ich an dieser Stelle nicht erörtern. Dass seine Buchdeckeln in Ehren gehalten, geöffnet und gelesen werden, ist wohl allerdings das schönste Geschenk, das man ihm machen kann.

Georg Klingenberg 1966 (Archivaufnahme)
In jungen Jahren (und mit Zahnlücke): Georg Klingenberg (Archivaufnahme, 1966)

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