Xenia

19,90  inkl. MwSt. exkl. Versandkosten

Hochwertige Ausgabe im Taschenbuchformat.
Fadengeheftet, Einband: NSB-Fühlkarton mit extra weichem Griff.
Originalauflage, 352 Seiten.
Mit Photographien des Autors.
ISBN 978-3-903284-01-2
Erschienen: 2019
Gedruckt auf FSC-zertifiziertem Munken-Papier.

Leseprobe

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Die Aufzeichnungen des Bob Nemo

Eine dystopische Erzählung über Liebe in der per­fekten Cyberdiktatur. Jim Palmenstein durchleuchtet mit wachem, nüchternem Blick bedrängende Zukunftsthemen der Menschheit: etwa Autoritarismus und Menschenrechte, die mißachtete Bedrohung durch den Klimawandel oder die technologisch voran­gepeitschte soziale Ver­einsamung des Einzelnen. In all dem wirft sich die Frage auf: Ist der Mensch ersetzbar und mit ihm die gesamte Schöpfung ? Es sind planetare Imaginationen, die sich in dieser rasanten, dieser außer­gewöhnlichen Geschichte wie durch ein Prisma gebrochen auffächern.

Jim Palmenstein

Jim Palmenstein ist Poet, Satiriker und Geschichtenerzähler mit einem Hauch von philosophischem Witz. Der Autor lebt zurzeit in der Nähe von… (Mehr lesen)

2 Bewertungen für Xenia

  1. T.S.

    Xenia ist ein Buch, das überrascht, weil es mehrere Genres bedient und doch in sich etwas Neues darstellt. Der Roman stellt die Frage nach den großen Dingen des Lebens, verortet in einer romantischen Beziehung zwischen einem Outlaw der Gesellschaft und einer Gesellschaftshüterin. Die Erzählung spielt in einer naheliegenden Zukunft, die vernunftorientiert das Individuum stranguliert, während ein anderer Teil der Welt in anarchistisch‐​brutalen Verhältnissen vegetiert. Hitzige – weil sinnliche – Dialoge werden gejagt von essayhaften Schilderungen einer Gesellschaft, die alles optimiert und kontrolliert. Der Protagonist ist spannend weil fehlerhaft und wenig interessiert an Karriere und herkömmlichem gesellschaftlichen Dasein. Sie, eine regelrechte Superheldin, begehrt ihn ob seiner Menschlichkeit und Schwäche, was die Spannung des Buches ausmacht. Doch man darf keine Soapopera aus dem Gebiet der gesellschaftlichen Fiktion erwarten, noch eine Actionstory von Romeo und Julia in einer abweisenden Welt. Vielmehr steht die Protagonistin für das Menschsein an sich in verschiedenen Ausprägungen und im Spannungsfeld zwischen Diktatur und Wildheit der Demokratie. Die Einschränkungen der modernen Welt werden subjektiv beschrieben und lassen einen ahnen, wie wenig noch zur gesteuerten Biopolitik in unserer postmodernen Gesellschaft fehlt.

    Dem Autor ist zu danken für seine aufklärerische Note, die – auch spielerisch mit verschiedenen philosophischen Erkenntnissen – die Lektüre nicht nur spannend und unterhaltsam, sondern auch erkenntnistheoretisch interessant macht.

  2. 5 von 5

    Michael Kanofsky

    Findet Nemo!
    Anmerkungen zum Roman „Xenia – Die Aufzeichnungen des Bob Nemo“
    von Jim Palmenstein
    Eine Zwischenlandung von Michael Kanofsky

    Was für ein vorwinterliches Wetterchen, nicht wahr? Der Himmel wie gelackt heute, sogar die Vögelchen zwitschern, für später ist allerdings Bewölkung angesagt. Nun, ich setze mich schnell in meinen nagelneuen Vehiculator (froschgrün isser), schalte auf augmented reality, brause zu meinem Lieblingsplätzchen in der Inneren Zone und lese und blättere und forsche nun wieder und weiter in „Xenia“, dem Roman von Jim Palmenstein. So wie ich das sehe, kann man den Abenteuern des Bob Nemo mit ganz verschiedenen Augen und aus ganz unterschiedlichen PerspektivInnen folgen. Als Leser (natürlich), aber auch als Linguist, Stadtplaner, Mobilitätsforscher, Partygänger, Soziologe, Psychoanalytiker, Menschenrechtler, Ökonom, Architekt, Kybernetiker, Sexologe, Romantiker, Kampfsportler, Staatsrechtler, Philosoph, Historiker, Drogenfreund, Militär, Bioniker, Science fiction‐​Fan, Literaturwissenschaftler. In „Xenia“ jedenfalls steckt eine ganze Menge drin, vielleicht zu viel? Wer weiß. Jim Palmenstein, Autor auch der „Leuchtfeuer im Kupfer der Dämmerung“, hat da ein Robotermärchen (Stanislaw Lem) aus dem Humandigitalennarrativnanodrucker geschaffen, angefüllt mit profundem Wissen und mutigen Visionen, super geschrieben, allerdings für meinen persönlichen Geschmack etwas zu dialog‐ und gesprächslastig, was gelegentlich auf Kosten der Spannung geht, aber es sind ja „Aufzeichnungen“, und da passt es nun wieder ganz gut. Der Text scheint mir auch ein wenig disparat (ist das das richtige Wort?). Da gibt es einen Prolog, oder sind es zwei Prologe? Am Schluss die Anmerkungen („was danach geschah“) und schließlich ein Nachwort, das ein großes und langes und sehr gutes Gedicht ist. Zwischendurch noch zwei Zitate von Zhuangzi. Da wird es für den Leser mitunter etwas schwierig, das Ganze zusammenzuhalten. Aber warum soll es uns der Palmenstein auch leicht machen? Die in „Xenia“ be‐ und verhandelten Themen und Topoi sind herausfordernd und komplex. Gut so. Da kommt man ins Nach‐ und Vordenken. Sehr schön und optimal zum Buch passend finde ich auch die Visualisierung des Erzählten durch die vom Autor geschaffene und behutsame bearbeitete schwarzweiße und /​ oder graue Fotowelt: Wohnwaben, Skyscraper, Energieproduktion, Energieverteilung, Landschaft, Klima, Licht und Schatten, Konsum und Tempel, zur Kuschelparty bitte nach oben. Eine solche ist die Sache für unseren Nemo übrigens dann doch nicht. So, Schatzbob, jetzt aber weiter und wieder rein in den Vehiculator. Vorerst muss ich die Lektüre unterbrechen und mich wieder anderen Aufgaben zuwenden. Aber ich komme wieder. Versprochen. Also: Vehiculator starten und ab durchs Universum.

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